Nach der Megafete 2000 ging's nach Brünn

Hier kurz meine Eindrücke von der Rennfahrerschule/Sportfahrerlehrgang in Brünn mit moto-aktiv. Wie vielleicht einige mitbekommen haben war dieser der ideale Ersatz für das Nordschleifentraining (rein termintechnisch gesehen :-) weil die übrigens geile MF [Tm] genau vorher war. Man konnte also in aller Ruhe eventuelle Restbestände von Kondition oder körperlicher Verfassung MF-mäßig vernichten.

 Dienstag Nachmittag kamen wir mit Ju und Sanne so ziemlich als erste an und organiserten erstmal  eine Box und begannen die Räder zwecks Reifenwechsel auszubauen. Alexander Bourgett kam auch schon ziemlich bald, ebenso wie Wolfgang Wahsner, der sofort damit anfing mich mit rrr-mäßigen Argumenten (siehe Verzeichnis d.r.m.-relevanter Synonyme) von der Rennfahrerschule zu überzeugen, anstatt wie geplant den Sportfahrerlehrgang zu machen. Da er den Organisator schon kannte, befand ich mich kurze Zeit später in der zweitschnellsten Gruppe der Rennfahrerschule wieder *schluck* So war das jetz aber nicht geplant.

Mittwoch morgen starteten wir dann zu den ersten Kennenlernrunden mit "Blümchenpflückergeschwindigkeit" (O-Ton Instruktor "Kante"). In unserer Gruppe waren zwei 916 (eine davon Ju), zwei R1, eine TL 1000 und das natürlich schönste Moped: Die Guzzi, hehe. Der TL 1000 Fahrer kämpfte noch an diesem Morgen mit seinem Steitenständerschalter. Ich werde es wohl nie  verstehen, wie manche Leute ohne jegliches Werkzeug und mit einem Ringbike mit Seitenständer auf  in Renntraining kommen können, tsetse. Also es ging los und die Wellen in der Rechts nach Start-Ziel  sind schon mehr als deutlich. Irgendwie ging es nach meinem Befinden (Brünn-Neuling) nur noch  links-rechts-hoch-runter-Irgendwie und eine gewisse Ähnlichkeit mit der Nordschleife kam in mir auf. Als in der vierten Runde schon die Knie am Boden waren, kamen mir erste Zweifel, zumindest wenn man den "Blümchenpflücker-Status" noch im Ohr hat. Zumindest dahingehend wurde wir jedoch beruhigt, weil der Insturktor merkte, daß es flott geht, und zog er halt den Hahn auf.  

Die Turns wurden halbstundenweise abgewechselt (Sportfahrer/Rennfahrerschule) bis wir zu den ersten "Übungen" kamen: Ausbremsen. Instruktor fährt vor, der hinter ihm bremst in aus, Insturktor wieder vorbei, nächste Kurve gleiches Spiel; nach einer Runde ist der nächste dran. Da hat dann die Geschichte richtig Laune gemacht, man hatte das Gefühl gegen den Instruktor zu fahren. Aber selbst wenn man danach subjektiv alles gibt, kommt er immer irgendwo vorbeigeflogen *grmpf* Trotzdem ging es immer flotter und das Gefühl die ganzen Kurven zum Omega runter komplett am Knie durchzufahren ist  einfach geil :-)

Bei den Instruktorenfahrten habe ich speziell immer das Problem mit der Guzzi am Gas durch die Kurven zu müssen, insofern laufe ich immer wieder auf den Vordermann auf, nach der Kurve gibt eine R1 Gas uns ist wech. Also immer wieder Linie leicht ändern und Gänge probieren. und irgendwann passierte es dann halt:
 Ich fuhr hinter Ju den Eingang ins Omega runter und in der zweiten der beiden Rechts versetzte es Ju auf einmal einen halben Meter nach links. Er nahm das Gas weg und dadurch war ich sofort neben ihm und wir touchierten ein erstes Mal. Ich Weichei hab dann auch gebremst und durch das Aufrichten kollidierten wir ein zweites Mal. So eng bremste ich dann an der Rutschgrenze vom Vorderrad entlang aber dann gab Ju mir den Rest (3. Berührung) und das Vorderrad ging weg. Mein Hinterrad hat schöne Spuren an Ju's Felge hinterlassen :-) Auf jeden Fall war ich selber Schuld, egal ob es jetzt Abstand, Linie oder sonstwas gewesen war. Im Freien Fahren hätte ich vielleicht auch einfach nur Gas gegeben und wäre ratzfatz an ihm vorbei gewesen, aber so halt nicht.

Was solls, die Guzzi ist zerschraddelt (im wesentlichen Verkleidung, Höcker, Bremshebel, Geweih, Endtopf und das übliche Zeugs). Ich hatte (vermeintlich) zunächst keine Blessuren, später jedoch machte sich ein Kapselriß in der Mittelhand (Mittelfinger) schmerzhaft bemerkbar. Und noch viel später das rechte Handgelenk, Aua, ich hätte kaum ein Stück Papier aufheben können. Wenn ich überlege, daß ich nach dem Sturz mit eben dieser Hand noch geholfen habe das Moped durch den Kies zu heben, Adrenalin rulez :-) Ansonsten nur ein paar Verspannungen und Muskelkater, kenn ich schon. Auf jeden Fall war ich sturztechnisch das Highlight des Tages, zumindest was die Instruktorendiskussionen anging :-)  

Zu diesem Zeitpunkt (ca. 11:45, vorletzter Turn vor der Mittagspause) fuhren wir ungefähr 2:36er Zeiten, waren aber noch nicht richtig am angasen. Es wurde ja zunächst die Kurvengeschwindigkeit geübt.  Nachdem mein Bus-Mitfahrer Detlev Spatz mit der R1 ebenfalls Kieselstine sammeln war (Lowsider in der ersten Rechts eingang Omega) konnten wir dann vorzeitig die Heimreise antreten.  Als dann auch noch Wolfgang Wahsner mit dem Moped auf dem Hänger von der Strecke kam, dachte ich schon an manch anderes rrr-typisches Ringevent, aber es war nur, ähem, der Tank leer <eg>

Fazit: Ein leider kurzes, aber (bis auf den letzten Teil) sehr geiles Vergnügen, welches auf jeden Fall der Wiederholung bedarf. Probleme machen mir noch die wellige Rechts nach Start-Ziel und irgendwie kann ich meine Gänge noch nicht so richtig für die Kurven sortieren um den 6-Gang-Vorteil der anderen halbwegs zu killen. Liegt vielleicht auch an den durchweg ziemlich schnellen Kurven. Ist noch ein gehöriges Stück Arbeit aber auf dieser megageilen Strecke einfach ein reines Vergnügen.
Schmeckt nach Mehr!

So long

Tom
Das hintere Fahrerlager war so gut wie leer. Anscheinend wußte keiner, daß die hintere Duschanlage neu gemacht worden ist :-)
Unsere Box
Die ersten Poser-Fotos, ca. 10 Uhr, erster Tag.
Die Crash-Fotos. Komisch, sieht auf den Bildern halb so schlimm wie in Natura aus.
Irgendwo im Kiesbett müßte jetzt ein "MOTO GUZZI" eingestempelt sein.
Detlef's Kiessammlung
Wolfgang auf dem Weg zur Tankstelle :-)